Richard Stiegler

  • Heilpraktiker
  • Psychotherapeut, Gruppenleiter und Ausbilder in Transpersonaler Prozessarbeit
  • Meditationslehrer
  • Buchautor

Jahrgang 1963, verheiratet, 2 Kinder

Aus- und Weiterbildungen

  • Ausbildung in Hakomi (körperzentrierte Psychotherapie nach Ron Kurtz)
  • Ausbildung in Groupfield (Transpersonale Gruppenarbeit nach Dyrian Benz-Chartraud)
  • Jahrelange Meditationspraxis, vorwiegend Vipassana bei Fred von Allmen, aber auch bei Thich Nhat Hanh, Dagyab Rinpoche und Einzelretreats
  • Weiterbildungen in anderen humanistischen Verfahren wie Psychodrama, Gerda-Boyesen, Bioenergetik, Aufstellungsarbeit, Tanztherapie und Prozessorientierte Psychotherapie

Die Initialzündung

Mein beruflicher Werdegang begann mit Anfang 20. Eine Bekannte nahm mich in einen Bioenergetik-Selbsterfahrungskurs mit. Das Erlebnis, wie Menschen sich im Raum einer solchen Gruppe authentisch zeigen und sich und anderen tief begegnen können und wie der Gruppenleiter diesen besonderen Erfahrungsraum kreierte, hat mich tief berührt. Von da wusste ich, dass ich Therapeut und Gruppenleiter sein will. Seit dieser Zeit beschäftige ich mich mit den Grundfragen des Menschseins und mit der Möglichkeit, andere Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen.

Lernjahre

Nach meinem Initialerlebnis in der Selbsterfahrungsgruppe (ich war zu diesem Zeitpunkt noch Erzieher), begann ein längerer Weg der inneren Entwicklung auf dem Weg zum Psychotherapeuten. Ich machte meine ersten Fort- und Ausbildungen (Gerda-Boyesen, Psychodrama und HAKOMI) und zusätzlich den Heilpraktiker als Legitimation zur Psychotherapie. Parallel zu den psychotherapeutischen Fortbildungen begann ich zu meditieren.

Die ersten Jahre als Psychotherapeut

1988 eröffnete ich eine psychotherapeutische Praxis in Rosenheim. Über 20 Jahre lang sammelte ich hier Erfahrungen in der Einzelbegleitung. Zusätzlich bot ich in dieser Praxis auch regelmäßig Selbsterfahrungsgruppen und Meditationsabende an. In den ersten Jahren meiner Praxistätigkeit waren die beiden Bereiche - psychotherapeutische Begleitung und Meditation - zwei getrennte Bereiche, die parallel nebeneinander bestanden.

Die Arbeit entwickelt sich

Schon bald entstand in mir der Wunsch diese beiden für mich so essentiellen Bereiche zu verbinden. Mit einem Freund und Kollegen forschte ich immer wieder nach Zusammenhängen und Möglichkeiten, die psychotherapeutische Arbeit und den spirituellen Weg zu verbinden und wir entwickelten eigene Konzepte und Methoden dazu.

Erst Jahre später entdeckte ich, dass es in der Transpersonalen Psychologie bereits wertvolle Methoden der Verbindung zwischen Psychologie und Spiritualität gibt. Also besuchte ich eine Ausbildung in diesem Bereich bei Dyrian Benz-Chartraud, einem langjährigen Schüler von A H. Almaas, der wiederum eine eigene Form der transpersonalen Gruppenarbeit lehrte (= Groupfield).

Mit den Jahren ist aus den verschiedenen Einflüssen mehr und mehr eine eigene integrative Form der Transpersonalen Psychologie entstanden, die ich heute Transpersonale Prozessarbeit nenne.

Wichtige Einflüsse für meine heutige Arbeit

  • Der Zugang zur Dimension des Gewahrseins (= innere Stille) durch jahrelange Meditationspraxis bildet die Grundlage und das Zentrum meines Seins und Arbeitens.
  • Die Hinwendung und Liebe für das Gegenwärtige und für Achtsamkeit in allen Lebensbereichen verdanke ich besonders meiner buddhistischen Schulung. Letztlich wurde mir hier immer wieder vermittelt, dass grundlegende Veränderung nicht durch die Erkenntnis der Dimension der Stille geschieht, sondern durch das Verinnerlichen von spirituellen Grundhaltungen wie Präsenz, Annahme, Offensein und Verbundenheit.
  • Durch die Körperzentrierte Psychotherapie (Hakomi) hat sich in mir der gewaltlose Umgang mit inneren Prozessen verinnerlicht. Außerdem die Erkenntnis, dass tiefgreifendes Lernen nur über einen erfahrungsorientierten Zugang möglich ist, der alle Wahrnehmungskanäle und insbesondere den Körper miteinbezieht.
  • Die Grundlagen der Prozessorientierten Psychotherapie haben meine Sicht- und Arbeitsweise als Therapeut grundlegend verändert. Heute arbeite ich in erster Linie mit dem seelischen Potential der Gegenwart und führe nicht mehr in die Vergangenheit. Ich vermittle in meiner Arbeit wesentliche Zugänge, wie Menschen in das gegenwärtige essentielle Potential ihrer Seele eintauchen können und es geschehen kann, dass sich dieses Potential schöpferisch entfaltet. Aus heutiger Sicht entsteht Heilung nicht dadurch, dass wir immer wieder alte Muster und kindlichen Erfahrungen aufrufen und „durcharbeiten“, sondern durch die Fähigkeit, uns der lebendigen und essentiellen Gegenwart zuzuwenden und daraus zu leben.
  • Das Wissen über die verschiedenen essentiellen Ausdrucksformen in unserer Seele, die bei A.H. Almaas gelehrt werden und sich auch im Eneagramm wiederspiegeln, geben mir die Möglichkeit, Menschen in ihren unterschiedlichen essentiellen Zugängen und Erfahrungen zu begleiten und zu bestätigen.
  • Durch die Sichtweisen und Methoden der Groupfield-Methode habe ich ein Verständnis dafür gewonnen, wie sich Gruppenprozesse natürlich entfalten. Das Potential von Gemeinschaft und wahrhaftiger Begegnung (wie es Martin Buber beschreibt) ist mir immer schon ein wichtiges Lernfeld gewesen, denn Wachstum findet niemals isoliert in einer einzelnen Person, sondern immer in einem größeren Beziehungskontext statt. Auch die Bedeutung des Sich-Öffnens für widersprüchliche Polaritäten habe ich bei Groupfield sehr tief schätzen gelernt. Wenn wir das „entweder - oder“ durch ein „sowohl - als auch“ ersetzen, öffnen sich vollkommen neue Räume.
  • Durch die Existentielle Psychotherapie, von Irvin Yalom angestoßen, beschäftigte ich mich mit den existentiellen Grenzen unseres Menschseins (wie Einsamkeit, Ohnmacht, Sinnlosigkeit und Vergänglichkeit) und entdeckte zunehmend, wie diese Begrenzungen durch bedingungslose Zustimmung eine Öffnung in die essentielle Dimension ermöglichen.

Die Bewusstseinsschule SEELEundSEIN

Mit den Jahren reifte in mir ein Fortbildungskonzept heran - ein innerer Bewusstheitsweg, der grundlegende Sichtweisen der Transpersonalen Psychologie und die spezielle Methodik der Transpersonalen Prozessarbeit vermittelt. 2001 startete zum ersten Mal die Fortbildungsreihe „Schritte ins Sein“. Diese wurde seitdem in jährlichem Turnus in verschiedenen Seminarhäusern angeboten. Mit der Zeit sind weiterführende und ergänzende Angebote entstanden, so dass daraus die Bewusstseinsschule SEELEundSEIN gewachsen ist. Eine Schule, die Menschen in ihrem inneren Weg unterstützt und die Methodik der Transpersonalen Prozessarbeit lehrt.

Mit der Zeit hat sich meine Kurstätigkeit so ausgeweitet, dass ich meine Einzelpraxis nach 20 Jahren aufgeben musste. Heute leite ich Kurse, Fort- und Ausbildungen in Transpersonaler Prozessarbeit, gebe Meditationskurse, halte Vorträge und schreibe Bücher.